russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013


30-08-2004 Reisen
Im südrussischen Sotschi macht nicht nur Putin Urlaub
Südliches Sonnenklima, herrliche Badestrände, dazu noch heilsame Schwefelwasserstoff-Quellen. Es gibt eine Reihe von Gründen, die den Badeort Sotschi am Schwarzen Meer berühmt gemacht haben.

Rund 200 Sonnentage im Jahr locken nicht nur den russischen Präsidenten Wladimir Putin in sein Feriendomizil am Ort; das subtropische Klima zieht schon seit langem Staatsoberhäupter, ausländische Touristen und russische Erholungsuchende gleichermaßen in das Heilbad und seine Nachbarorte. Hier empfängt Putin auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Frankreichs Präsident Jacques Chirac.

Ganz so lange russisch ist die Stadt dabei noch gar nicht. 1829 musste das Osmanische Reich die Schwarzmeerküste im Friedensvertrag von Adrianopel an das Zarenreich abtreten. Danach dauerte es allerdings noch Jahrzehnte, bis das Gebiet auch tatsächlich unter russischer Kontrolle stand. Noch 1890 zählte Sotschi nicht einmal hundert Einwohner. Heute werden fast 150 Kilometer Schwarzmeerküste zu Sotschi gerechnet. Bereits um die Jahrhundertwende entstanden die Villen reicher Kaufleute, Industrieller und Adliger. Der Traum von einem russischen Nizza entstand, einem Treffpunkt von Adel und Geldadel.

Die Oktoberrevolution durchkreuzte solche Pläne, doch mit dem sowjetischen "Dekret über die Kurorte von gesamtstaatlicher Bedeutung" setzte gleichwohl ein rasanter Aufschwung ein. Die im Küstentiefland verbreitete Malaria wurde ausgerottet, Sotschi stieg auf zum führenden Kurort der Sowjetunion. Bis Ende der 80er Jahre stieg die jährliche Besucherzahl auf über vier Millionen. Mit dem Zerfall der UdSSR endete für die staatlichen Sanatorien die sichere Einnahmequelle. Zugleich schmolz mit der Unabhängigkeit der Ukraine die Gesamtlänge der russischen Schwarzmeerküste auf gut 300 Kilometer zusammen.

Seit einigen Jahren steigen die Gästezahlen in Sotschi aber wieder an. Daran ändert auch die Nachbarschaft der unruhigen Kaukasusrepubliken nichts. Immerhin ist Tschetschenien etwa 400 Kilometer entfernt.

Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013