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27-12-2008 Schlagzeilen
Russland liefert S-125 Raketen an sieben Staaten
Russland hat mit der Lieferung von Boden-Luft-Raketen an sieben Staaten begonnen. Wie die Zeitung "Wedomosti" berichtete, gehen die Waffen mit einem Gesamtwert von 250 Millionen Dollar (rund 179 Millionen Euro) unter anderem an Libyen, Syrien, Birma und Venezuela.



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Bei den drei weiteren Staaten handelt es sich um Ägypten, Vietnam und Turkmenistan. Die Rakete vom Typ S-125 Pechora-2M, im NATO-Jargon SA-3A Goa genannt, ist eine Weiterentwicklung der Boden-Luft-Rakete, die seit den 60er Jahren von der Sowjetunion in befreundete Staaten exportiert wurde.

Obwohl alle Verträge durch Rosoboronexport mit den Auftraggebern in den letzten Jahren individuell geschlossen worden seien, seien sie produktionstechnisch zu einem gemeinsamen Vertrag eines staatlichen Vermittlers mit der Industrie zusammengefasst worden, erläutert der Gesprächspartner.

Nach der Modernisierung des bereits in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelten S-125 sei der Komplex mobil geworden, setzt die Quelle fort, so dass er zur Abwehr des ersten Angriffs der Luftstreitkräfte eines Gegners eingesetzt werden könne: "Entstanden ist ein einfaches, aber effektives System, gleich einer Kalaschnikow: Abgeschossen und ohne Bedauern weggeworfen." Jetzt, mitten in der Krise, werde, sagt Konstantin Makijenko, Experte des Zentrums für Strategie- und Technologieanalyse (Moskau), das nordwestliche, in Bau befindliche Regionalzentrum des Fla-Konzerns "Almas-Antej", das auf der Basis des Obuchowski-Werks (Hauptleistender des Geschäfts) entstehe, seine Kapazitäten auslasten können.

Makijenko zufolge wird an der Entwicklung und dem Marketing von "Petschora-2M" seit Ende der 90er Jahre gearbeitet, und der Abschluss des Vertrags könne als ein großer Erfolg betrachtet werden, denn erst vor einigen Jahren sei die Nachfrage nach diesem System eher problematisch gewesen. Die Modernisierung der weit verbreiteten und durch die UdSSR an Dutzende Länder gelieferten S-125 wurde auch durch Polen und Weißrussland angeboten, aber erfolgreich sei das russische Angebot gewesen.

Trotz der Krise werde die Nachfrage nach den russischen Fla-Systemen, angefangen mit den Entwicklungen aus den 60er Jahren bis zum neuesten S-400-System, auch in nächster Zeit bestehen bleiben, äußerte Igor Korotschenko, Mitglied des gesellschaftlichen Rates beim russischen Verteidigungsministerium. Selbst alte sowjetische Fla-Systeme könnten bei richtigem Einsatz moderne Flugzeuge beeinträchtigen: Ein Stealth-Bomber F-117 sei 1999 in Jugoslawien mit einer Rakete gerade des S-125-Systems abgeschossen worden.

Die Zeitung berief sich auf Vertreter der staatseigenen Firma Russian Technologies, zu der unter anderem der Waffenexporteur Rosoboronexport zählt. Auf Anfrage wollte eine Sprecherin der Firma sich nicht zu dem Bericht äußern.

Laut einem von der Zeitung zitierten Manager werden insgesamt 200 Raketen ausgeliefert, davon allein 70 an Ägypten. Der Vertrag umfasst einen Zeitraum von drei Jahren. [ russland.RU ]

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