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11-03-2010 Schlagzeilen
Russland kritisiert Janukowitschs Sprachentscheidung
Die Entscheidung des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, nur die ukrainische Sprache als staatliche gelten zu lassen, ist "nicht ganz richtig", sagte der Vorsitzende der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Boris Gryslow, am Mittwoch in einem Pressegespräch in der Stadt Kaliningrad.



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"Wir haben Janukowitschs Erklärung gehört, dass es in der Ukraine keine zweite Staatssprache geben wird. Meines Erachtens ist das nicht der ganz richtige Weg, den man gehen könnte", betonte er. "Laut sozialen Umfragen spricht mehr als die Hälfte der ukrainischen Bevölkerung Russisch. Ungefähr so viele Menschen halten es für ihre Muttersprache. Ich denke, da gibt es etwas, was man sich überlegen sollte. Man sollte mit den Menschen sprechen, entsprechende Signale zu bewerten und vielleicht eine andere Entscheidung treffen", so der Dumachef.

In Moskau warte man derzeit "auf die ersten konkreten Schritte" Kiews in Bezug auf den Gebrauch der russischen Sprache in den ukrainischen Medien, fuhr Gryslow fort. "Wir erwarten, dass es keine Beschränkungen für russischsprachige Sendungen im ukrainischen Fernsehen gibt. Diese Entscheidungen sollten eben gleich als Erstes getroffen werden."

Ein Sprecher der Partei der Regionen hatte zuvor erklärt, Präsident Janukowitsch werde zu seinem während der Wahlkampagne gegebenen Wort stehen und ein Referendum über den Status der russischen Sprache organisieren. Dem Sprecher zufolge soll diese Frage "phasenweise geregelt werden". "Der erste Schritt, den wir machen, ist die Einhaltung der Grundsätze der Europäischen Charta über Regional- und Minderheitssprachen", präzisierte er.

Die zweite Staatssprache könnte allerdings erst nach der entsprechenden Novellierung des Grundgesetzes eingeführt werden, fuhr der Sprecher fort. Dafür seien aber zusätzliche Finanzmittel nötig. "Außerdem ist die Toleranz im Staat auf einen negativen Stand geschrumpft. Unter solchen Umständen würde das Sprachproblem die ukrainische Gesellschaft zusätzlich spalten. In zwei oder drei Jahren, wenn dieses Thema nicht mehr so scharf ist und wenn es nicht um die Sprache, sondern um die Menschenrechte geht, können wir sie schlichten", so der Abgeordnete.

Am vergangenen Dienstag hatte Janukowitsch erklärt, das Ukrainische sollte als die einzige Staatssprache entwickelt werden. Im Laufe seiner Wahlkampagne hatte er allerdings im Dezember 2009 für die Verleihung des Staatsstatus der russischen Sprache plädiert, was nach seinen Worten dem Prinzip "Zwei Sprachen – ein Land" entsprechen würde. [ russland.RU ]


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