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07-08-2005 U-Boot Drama im Pazifik
Russland atmet auf - Besatzung des U-Boots mit britischer Hilfe gerettet
Nach dreitägiger Gefangenschaft in 190 Meter Tiefe ist die Besatzung des im Pazifik havarierten russischen U-Boots mit britischer Hilfe gerettet worden. Das Boot tauchte am Sonntag nach einem mehrstündigen Rettungseinsatz wieder vor der Halbinsel Kamtschatka in Fernen Osten Russlands auf, wie die russische Marine mitteilte.

Ein britischer Unterwasserroboter hatte es von Kabeln und Seilen freigeschnitten, die es seit Donnerstag festgesetzt hatten. Die sieben Besatzungsmitglieder waren erschöpft, aber wohlauf. Britischen Angaben zufolge hätte der Sauerstoff an Bord nur noch bis zu zwölf Stunden länger gereicht.

Der ferngesteuerte Spezialroboter vom Typ Scorpio-45 war an Bord eines russischen Schiffes an der Unglücksstelle eingetroffen. Dort tauchte das unbemannte und mit Sägen ausgestattete Rettungsgerät rasch zu dem U-Boot ab. Wenig später teilte die russische Marine mit, es sei befreit und zum Auftauchen bereit. Allerdings musste der Roboter zwischenzeitlich wegen technischer Probleme an die Wasseroberfläche zurück. Nach einem weiteren Tauchgang durchtrennte der Roboter die letzten Seile, in denen sich das U-Boot verfangen hatte. Nach rund fünf Stunden war die Rettungsaktion beendet, und das U-Boot tauchte auf. Zuvor hatten Schlepper der russischen Marine mehrmals vergeblich versucht, das U-Boot mit Hilfe von Stahlseilen zu heben.

"Wir haben die ganze Zeit daran geglaubt, dass wir gerettet würden", sagte U-Boot-Kapitän Wjatscheslaw Milaschewski laut der Nachrichtenagentur ITAR-TASS. "Ich habe vor Glück geweint und getanzt", sagte seine Frau im staatlichen Fernsehen. Die Besatzungsmitglieder wurden zu Untersuchungen in das Krankenhaus der Küstenstadt Petropawlowsk auf Kamtschatka gebracht. Bei Betreten des Lands sahen sie erschöpft aus. Sie fühlten sich aber gut und hätten das U-Boot ohne fremde Hilfe verlassen, teilte die russische Pazifikflotte mit.
bei russland.RU
U-Boot Drama im Pazifik – Drei Tage dauerte das Bangen um die sieben Besatzungsmitglieder des Tauchbootes "Pris". Sonntag früh Moskauer Zeit kam die Nachricht der glücklichen Rettung. russland.RU hat in einem Schwerpunkt die Rettung mit allen ihren Problemen chronologisch zusammengefasst. ...
Die Bordbesatzung hatte bei rund fünf Grad und nahezu völliger Dunkelheit im U-Boot ausgeharrt, um keine Energie und keinen Sauerstoff zu verschwenden.

Russland dankte neben Großbritannien auch den USA und Japan für ihre Unterstützung bei der Rettungsaktion. Die drei Staaten hätten ohne zu zögern auf die Hilfsappelle aus Moskau reagiert, hieß es in einer Erklärung des russischen Außenministeriums. Verteidigungsminister Sergej Iwanow sprach im Hafen von Petropawlowsk den britischen Helfern seinen Dank aus. Sie hätten "sehr professionell, schnell und klug" gearbeitet.

Iwanow hatte zunächst verlauten lassen, er wolle nicht nach Kamtschatka reisen. Auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin brach er dann aber am Samstag in die Region auf. Putin traf sich mit Vetretern des Geheimdienstes, um die Lage zu erörtern. Bis Sonntag äußerte er sich aber nicht öffentlich zu dem Vorfall. Beim Drama das Atom-U-Boots "Kursk" vor fünf Jahren war er in die Kritik geraten, weil er den Vorfall nicht schnell zur Chefsache gemacht hatte. Damals waren in der Barentssee nach einer Explosion an Bord die 118 Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Anders als vor fünf Jahren entschied sich Russland diesmal, schnell ausländische Hilfe anzuforden.

Unterschiedliche Angaben gab es weiterhin darüber, wie lange die Sauerstoffvorräte für die siebenköpfige Besatzung noch gereicht hätten. Zum Zeitpunkt der Rettung wären noch Reserven von zehn bis zwölf Stunden an Bord gewesen, sagte der britische Flottenkapitän Jonty Powis. In den Tagen zuvor hatten verschiedene Vertreter der russischen Marine Zahlen zwischen zwölf Stunden und fünf Tagen genannt. Russische Zeitungen berichteten unter Berufung auf den U-Boot-Hersteller, die Sauerstoffversorgung in dem U-Boot reiche für vier Menschen fünf Tage lang.

Nach neuesten Angaben hatte sich das Boot in einer Sonaranlage zur Küstenüberwachung mit einem rund 60 Tonnen schweren Anker sowie einem Fischernetz verfangen. Zuvor hatten unterschiedliche Quellen abwechselnd von der Überwachungsanlage oder dem Netz als Grund für das Festfahren gesprochen.