russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



09-03-2005 Umfrage & Statistik
Einstellung der Russen zu Reichen verbesserte sich
Die Einstellung der Russen und der Russinnen zu den Reichen ist nicht schlechter und nicht besser als in einem jeden Industrieland. Wie die Wochenzeitung "Argumenty i fakty" schreibt, ergaben das spezielle Untersuchungen des Instituts für komplexe soziale Studien der Russischen Wissenschaftsakademie.

In den letzten Jahren sind Russlands Bürger toleranter geworden. Der Anteil jener, die meinen, je mehr wohlhabende Menschen in Russland leben, desto besser für das Land, hat sich gegenüber 1998 verdoppelt. Der Anteil jener, die gegenüber den wohlhabenden Bürgern negativ eingestellt sind, ist dagegen um die Hälfte geschrumpft. Bemerkenswerterweise ist der Anteil sowohl der einen als auch der anderen mit zehn beziehungsweise 11,7 Prozent ungefähr gleich. Für die meisten Russen (68,3 Prozent) besteht das Wichtigste darin, dass die Bereicherung nicht zum Nachteil anderer erfolgt.

Je erfolgreicher ein Mensch ist, umso toleranter ist er gegenüber dem Erfolg von anderen. Unter den Befragten, deren Einkommen unter 1 500 Rubel (ein US-Dollar entspricht 27,66 Rubel) liegt, bewerten nur sechs Prozent die wohlhabenden Bürger positiv. Unter denen, die 9 000 Rubel im Monat verdienen, achtet bereits jeder Dritte seinen wohlhabenden Nachbarn.

Eine positive Einstellung zu Großunternehmern haben rund zwei Drittel der Intelligenz sowie die Hälfte der Arbeiter und der Bevölkerung auf dem Lande. Am höchsten wird aber das Großunternehmertum von Privatunternehmern (77 Prozent) und Beschäftigten von Privatunternehmen (68 Prozent) bewertet.

Die Schwankungen in den Meinungen betragen je nach dem Wohnort der Befragten mehr als 50 Prozent. Besonders kritisch sind die Einwohner von Moskau und Umgebung eingestellt. In diesen Regionen wird das Problem der sozialen Ungleichheit besonders empfindlich aufgenommen. Auch im Süden Russlands ist es nicht viel anders. Dagegen genießen die Wohlhabenden im Nordwesten und in der Uralregion Respekt.

Die größten Mängel des Großunternehmertums liegen in den Augen der Öffentlichkeit darin, dass dessen Vertreter den nationalen Reichtum für ein Butterbrot kaufen, dass sie bemüht sind, die Macht zu korrumpieren und dass sie die Rechte der Beschäftigten ihrer Betriebe verletzen.

Zwar ist die Einstellung der russischen Gesellschaft gegenüber den Reichen insgesamt besser geworden, aber ein wesentlicher Anteil der Bevölkerung ist nach wie vor der Überzeugung, dass diese Gruppe mächtig "abgesahnt" habe, während die Mehrheit der Menschen benachteiligt worden sei. (RIA)