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22-08-2005 Umfrage & Statistik
Keiner der Gouverneure in Russland kann 2008 Präsident werden
Keiner der Gouverneure kann heute einen Sieg bei den Präsidentenwahlen 2008 anvisieren. Das stellten Soziologen des Meinungsforschungsinstituts (russ. Abk.: WZIOM) fest.

Nach Ansicht von Experten ist dies ein Resultat der planmäßigen Tätigkeit des Kremls zur Verdrängung der regionalen Eliten an den Rand des politischen Lebens, schreibt die Tageszeitung „Nowyje Iswestija“.

Die Befragten sollten die Tätigkeit der Gouverneure nach drei Erfolgsparametern bewerten - Lösung der sozialen Probleme der Region, Lösung der Wirtschaftsprobleme und Bekämpfung der Kriminalität. Außerdem sollten Gouverneure genannt werden, die als Musterbeispiel dienen könnten.

In der Gesamtwertung kamen der Gouverneur des Gebiets Kemerowo, Aman Tulejew, der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow, der Präsident der Republik Tatarstan, Mintimer Schaimijew, und der Gouverneur der Region Krasnojarsk, Alexander Chloponin an die Spitze.

Leontij Bysow, Leiter der Analytischen Abteilung von WZIOM, führt das Zurückbleiben Luschkows hinter Tulejew darauf hin, dass „die Hauptstadt außerhalb Moskaus überhaupt nicht gemocht wird - dort wird die Meinung vertreten, dass die Hauptstadt auf Kosten der Ausplünderung des restlichen Russland lebt, während Tulejew selbst arbeitet“. Die überaus niedrige Bewertung des Tschukotka-Gouverneurs Roman Abramowitsch, der bei den Einwohnern dieser Region durchaus populär ist, ist dadurch zu erklären, dass „er ein Paradebeispiel der russischen Oligarchie ist, und die meisten Menschen empören sich darüber, warum Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski verurteilt wurde und Abramowitsch nicht“.

Schaimijew sei populär, weil „er als Liebling von Präsident Putin“ gelte und weil er „in den 90er Jahren die örtlichen Nationalisten zu bändigen vermochte, womit eine Umwandlung Tatarstans in ein zweites Tschetschenien verhindert werden konnte“, so der Experte.

Der wichtigste Schluss, so Bysow: Unter den jetzigen Gouverneuren gibt es keinen potentiellen Spitzenpolitiker von landesweitem Maßstab. Die Föderationselite hat sich erschöpft, dort gibt es keine selbständigen politischen Figuren, die Putins Nachfolger werden könnten. Zu einer solchen Figur könnte eine Person werden, die seit vielen Jahren an der Spitze einer Region steht. Die Reform des Föderationsrates und das Verdrängen der Gouverneure an den Rand der Föderationspolitik führten aber dazu, dass selbst die erfolgreichsten von ihnen nicht außerhalb ihrer Region bekannt sind, schreibt das Blatt. (RIA)