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14-01-2006 Umfrage & Statistik
Russland braucht Ein- bis Dreiparteiensystem
Die meisten Bürger Russlands sind der Meinung, dass Russland ein politisches Einparteiensystem oder ein System braucht, das sich aus höchstens drei großen Parteien zusammensetzt. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung hervor, die das Gesamtrussische Zentrum für das Studium der öffentlichen Meinung (WZIOM) durchgeführt hat.

Gemäß diesen Angaben sind 25 Prozent der Befragten für ein Einparteiensystem, während 29 Prozent ein System aus zwei bis drei großen Parteien, die einander an der Macht abwechseln, vorziehen würden. Etwas weniger Bürger, 17 Prozent, befürworten ein System von mehreren relativ kleinen Parteien, welche jedoch nur Menschen in ihren Reihen zählen, die von ihren politischen Neigungen zutiefst überzeugt sind.



20 Prozent der Befragten äußerten, dass das Land überhaupt keine Parteien, sondern ausgesprochene Führerpersönlichkeiten auf den entscheidenden Posten in Politik und Staat benötige.

Beinahe die Hälfte der Befragten (49 Prozent) antworteten auf die Frage, was für Parteien Russland konkret brauche, dass das Land nur große, mindestens 50 000 Mitglieder zählende Parteien mit Abteilungen im ganzen Lande haben dürfe.

37 Prozent sind demgegenüber der Ansicht, alle Parteien müssten sich am politischen Leben beteiligen, auch die kleineren, erst dann könnten die Interessen aller Gruppen von Bürgern am besten widergespiegelt werden.

Auf die Frage nach der Bereitschaft, sich persönlich an der Tätigkeit einer der politischen Parteien zu beteiligen, antworteten lediglich 6 Prozent der Probanden positiv. Weitere 8 Prozent sind bereit, einer ihren Überzeugungen nahe stehenden Partei bei deren Aktionen zu helfen, beispielsweise Unterschriften zu sammeln, allerdings ohne der Partei beizutreten; ein weiteres Prozent zeigt die Bereitschaft, finanziell zu helfen, ebenfalls ohne in die betreffende Partei einzutreten.

Somit äußerten insgesamt 15 Prozent der Befragten ihre Bereitschaft, am Parteileben aktiv teilzunehmen. Wesentlich mehr Bürger, 35 Prozent, beschränken ihre Teilnahme am Parteileben auf die Wahlbeteiligung. Weitere 14 Prozent äußerten sich dahingehend, dass es im heutigen Russland keine Parteien gebe, die ihnen völlig zusagen würden, deshalb seien sie nicht bereit, auch nur eine der bestehenden Parteien zu unterstützen. 27 Prozent der Befragten sehen in der Tätigkeit politischer Parteien überhaupt keinen Sinn.

Die Befragung fand am 10. und 11. Dezember 2005 statt. Daran beteiligt waren 1 600 Personen in 153 Ortschaften aus 46 Gebieten, Regionen und Republiken Russlands. Der statistische Fehler liegt nicht über 3,4 Prozent.(RIA)