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25-03-2005 Umfrage & Statistik
Die meisten Bürger Russlands meinen, dass die baltischen Länder nicht freundschaftlich zu Russland stehen
Zwei Drittel der Bevölkerung Russlands glauben, dass die baltischen Länder Lettland, Litauen und Estland nicht freundschaftlich zur Russischen Föderation stehen: In Bezug auf Lettland vertreten 64 Prozent von Russlands Bürgern diesen Standpunkt, die entsprechende Kennziffer für Litauen und Estland beträgt jeweils 61 Prozent.

Diese Angaben verbreitete die Stiftung "Öffentliche Meinung". Sie wurden bei einer gesamtrussischen Befragung gesammelt, die am 19. und 20. März in 100 Ortschaften aus 44 Gebieten, Regionen und Republiken der Rusischen Föderation nach in Form von Interviews am Wohnort durchgeführt wurde. Die Zahl der Probanden betrug 1 500. Zusätzlich zu ihnen wurden 600 Einwohner von Moskau befragt. Der statistische Fehler übersteigt nicht 3,6 Prozent.

Nur 14 - 15 Prozent von Russlands Bürgern halten diese Länder für befreundet. Dennoch würden 56 Prozent bessere Beziehungen zu ihnen als jetzt vorziehen. Lediglich 11 Prozent der Befragten würden im Gegenteil weniger enge Beziehungen befürworten.

Die Nachrichten über die Weigerung der Präsidenten von Litauen und Estland, zu den Feierlichkeiten anlässlich des 60. Jahrestages des Sieges über den deutschen Faschismus nach Moskau zu kommen, hat etwa die Hälfte der russischen Bevölkerung beachtet: 34 Prozent der Befragten erklärten, davon zu "wissen", 19 Prozent haben "etwas davon gehört", während 45 Prozent erst im Zuge der Befragung davon erfuhren.

Auf die offene Frage nach den Gründen für eine solche Entscheidung antwortete ebenfalls nur die Hälfte der Befragten. Ein Teil von ihnen erklärte sie mit der im Baltikum bestehenden negativen Einstellung zum Tag des Sieges: mit der weiten Verbreitung nationalistischer und faschistischer Stimmungen (Meinung von 10 Prozent der Befragten). Ein Teil der Probanden erklärt das mit der Feindseligkeit gegenüber Russland und den Russen, die für das Baltikum üblich sei (8 Prozent), mit dem Dünkel und den Prätentionen der baltischen Staaten (2 Prozent), dem fehlenden Wunsch, mit der Russischen Föderation zusammenzuarbeiten, und der Orientierung auf den Westen (6 Prozent). Einige Teilnehmer der Befragung finden, dass die Weigerung, an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Sieges zu kommen, dadurch bedingt sei, dass Russland nicht als Befreier, sondern als Okkupant empfunden werde (8 Prozent), sowie dadurch, dass eine in der Geschichte verwurzelte Kränkung gegenüber Russland bestehe (1 Prozent).

Hierbei meinen nur 27 Prozent der Befragten, dass die baltischen Länder der UdSSR gegen ihren Willen angeschlossen wurden; 34 Prozent denken, dass ihr Beitritt zur UdSSR freiwillig war. Noch geringer ist der Teil der Probanden, die meinen, der Aufenthalt im Bestand der Sowjetunion habe den baltischen Ländern mehr Schaden als Nutzen gebracht: Diesen Standpunkt vertreten nur 9 Prozent der Befragten, während 65 Prozent vom Gegenteil überzeugt sind.

76 Prozent der Befragten qualifizieren die Weigerung, zu dem Feiertag zu kommen, als eine unfreundliche Geste; nur 11 Prozent sind nicht mit ihnen einverstanden.(RIA)