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04-02-2006 Umfrage & Statistik
Generalstaatsanwalt von Russland zieht die Jahresbilanz
In dem Referat, das der russische Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow in der erweiterten Kollegiumssitzung seiner Behörde gehalten hat, ging er auf verschiedene aktuelle Aspekte der Rechtstätigkeit und der Strafverfolgung ein.

Er hob hervor, dass sich im vergangenen Jahr mehr als 40 der gefährlichsten Paten der organisierten Kriminalität vor Gericht verantworten mussten. Aus seinen Ausführungen ging hervor, dass das Innenministerium ursprünglich die Inhaftierung von 409 der gefährlichsten Verbrecher gemeldet hatte, doch nur die genannten 40 Fälle seien letztendlich auch vor den Richter gelangt.

Insgesamt seien im vorigen Jahr 329 Strafverfahren wegen organisierter Kriminalität eingeleitet worden.

Der Generalstaatsanwalt bemängelte, dass im Jahre 2005 etwa 138 000 Straftaten vertuscht wurden. In diese Zahl gingen 700 Morde, etwa 83 000 Eigentumsdelikte und 4 500 Straftaten im Zusammenhang mit illegalem Drogenhandel ein.

Nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Ausmaß des Drogenmissbrauchs unterzog Ustinow die Anti-Drogen-Behörde einer Kritik: "Die Behörde ist außerordentlich groß, doch klärt sie nur ein Drittel der Straftaten auf", bemängelte er. Die Aufklärungsrate liege unter der aller anderen Strafverfolgungsbehörden. "Nur 124 Verbrechen auf dem Gebiet der illegalen Drogenherstellung wurden ermittelt. Es gab 321 Verfahren wegen Verführung zum Drogenkonsum", fasste der Generalstaatsanwalt zusammen.

Ustinow ging ferner auf die zunehmenden Betrugsfälle im privaten und genossenschaftlichen Wohnungsbau ein, wo im Jahre 2005 ungefähr 80 000 Anleger im ganzen Land um ihre Vorauskasse geprellt worden seien.

Derartigen Betrugsfällen seien in Moskau 15 000 Menschen, im Moskauer Umland 20 000 und in Sankt Petersburg 12 000 Menschen zum Opfer gefallen. Strafverfahren dazu habe es in Moskau 55, im Moskauer Gebiet 33 und in Sankt Petersburg 17 gegeben. (RIA)