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28-07-2006 Umfrage & Statistik
Vier Fünftel der Russen wollen die Krim zurück
Die Ukraine wird immer mehr zu einem Schreckgespenst für die russischen Staatsbürger. Die Russen sehen keine bedeutenden Erfolge bei der Entwicklung der Demokratie in dem Nachbarland und scheuen vor dem dortigen Chaos und der Anarchie zurück.

Nach Ansicht der meisten Russen soll Russland der Ukraine keine wirtschaftliche Hilfe erweisen, auch dann nicht, wenn dort eine Russland-freundliche Regierung an die Macht käme. Viele würden sich über die Rückgabe der Halbinsel Krim an Russland freuen.

Dies ergab eine Studie des Moskauer Meinungsforschungsinstituts WZIOM. Den Angaben zufolge verfolgen 67 Prozent der Russen die Entwicklung in der Ukraine, davon 15 Prozent aufmerksam. Das ist deutlich weniger als nach der "orange Revolution" und dem Gasstreit von Ende 2005, und trotzdem bleibt die Ukraine neben Weißrussland und den G8-Staaten weiterhin im Visier des durchschnittlichen Russen, sagt WZIOM-Direktor Waleri Fjodorow.

Das Beispiel der Entwicklung in der Ukraine nach der orange Revolution ist in den Augen der meisten Russen in Misskredit geraten. Die Anwendung dieses Beispiels

in Russland würde den russischen Oppositionsparteien nur Schaden bringen, urteilt Fjodorow. So sehen 50 Prozent der Befragten keinen Zusammenhang zwischen den Geschehnissen in der Ukraine und Demokratie. Nach Ansicht von 30 Prozent bleiben Moskau und Kiew den Prinzipien einer demokratischen Gesellschaft im gleichen Maße fern. Nur elf Prozent der Befragten bezeichneten die jetzige politische Situation in der Ukraine als normal. 51 Prozent sprachen von einer akuten politischen Krise im Nachbarland, 26 Prozent von Chaos und Anarchie.

Der Zukunft der Beziehungen zu der Ukraine sehen die Russen zurückhaltend optimistisch entgegen. Nur 35 Prozent der Interviewten glauben, dass gute Beziehungen über kurz oder lang wiederhergestellt werden. 79 Prozent sprachen sich für eine Rückgabe der ukrainischen Halbinsel Krim an Russland aus, sechs Prozent waren dagegen. Doch die Mehrheit der Befragten lehnte jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Nachbarstaates ab.

Nach Ansicht von 73 Prozent der Interviewten sollte die russische Politik nicht davon abhängen, wer sich in Kiew an der Macht befindet. Die Ursache für diese Stimmung sieht Fjodorow nicht nur im Scheitern der russischen Politik in den Zeiten der orange Revolution in der Ukraine, sondern eher im Pragmatismus der Russen: Jedes Subventionieren der ehemaligen Sowjetrepubliken stößt bei ihnen auf Ablehnung. [ RIA Novosti ]