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11-12-2006 Umfrage & Statistik
Russen haben weniger Existenzängste
Die spektakulären Morde der letzten Monate, so am Vizechef der russischen Zentralbank Andrej Koslow und an der Journalistin Anna Politkowskaja, haben das Sicherheitsgefühl der Russen ebenso wenig beeinflusst wie die Giftanschläge auf den Ex-FSB-Offizier Alexander Litwinenko und den früheren kommissarischen Regierungschef Jegor Gaidar, bei denen auch eine russische Spur vermutet wird.





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Davon zeugen die Ergebnisse einer Studie des Meinungsforschungssinstituts WZIOM, die auf der Internet-Seite Gazeta.ru veröffentlicht wurden.

Ungeachtet der alltäglichen Wirtschaftsverbrechen und Korruptionsskandale, die das Land erschüttern, hatten die Russen im November 2006 deutlich weniger Existenzangst als im April 2005.

Im Frühjahr vorigen Jahres hatten 70 Prozent der Befragten Angst vor einer Verschlechterung der Lebensqualität und einer Hungersnot. Im November 2006 sank ihr Anteil auf 25 Prozent. Das ist schwer zu erklären, weil sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Russland in der Zwischenzeit nicht verändert haben.

Gazeta.ru vermutet, dass die Russen keine Angst mehr vorm Aussterben haben, weil sich Präsident Putin persönlich dieses Problems angenommen hat. Die wesentliche Erhöhung des Kindergeldes und etwa 10 000 US-Dollar Zuschuss für das zweite Kind ließen den Anteil derjenigen, die eine demographische Katastrophe befürchten, von 58 auf 36 Prozent sinken.

Friedliche Fernsehbilder aus Tschetschenien, die erfolgreichen Anti-Terror-Einsätze und das Ausbleiben blutiger Terroranschläge in diesem Jahr führten dazu, dass die Russen weniger Angst vor Terroranschlägen gegen "strategisch wichtige Objekte" haben: 41 Prozent gegenüber 67 Prozent im April 2005.

Der Niedergang der einheimischen Kultur, Wissenschaft und Bildung, vor dem erst vor kurzem 59 Prozent der Russen Angst hatten, erregt heutzutage bei lediglich 31 Prozent Besorgnis. Dieser Wandel ist offenbar dem Nationalen Projekt zur Förderung von Wissenschaft und Bildung zu verdanken.

Nachdem der Erste Vizepremier Dmitri Medwedew, der im Kabinett für die Nationalprojekte zuständig ist, wenn auch nicht offiziell, so doch zu einem möglichen Amtsnachfolger von Präsident Wladimir Putin gekürt worden ist, ist der Anteil derjenigen, die im Vorfeld der Präsidentenwahlen 2008 eine Spaltung der regierenden Eliten und einen erbitterten Kampf um die Macht befürchten, von 46 Prozent auf 31 Prozent gesunken.

Die Gefahr des Faschismus in Russland beunruhigt gegenwärtig neun Prozent der Russen. Das ist um zwei Prozent weniger als im Frühjahr 2005. Doppelt so viele glauben, dass die größte Gefahr für Russland vom Weltall ausgeht. Ihr Anteil ist im besagten Zeitraum von 17 auf 19 Prozent gewachsen. [ RIA Novosti ]