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29-05-2007 Umfrage & Statistik
Über 50 Prozent der Russen sehen keine Stabilität im Lande
Bei den russischen Behörden und in den staatlichen Massenmedien wird neuerdings die Stabilität, die nun eingetreten sei, ganz groß geschrieben.

Aber in der Gesellschaft werden unterschiedliche Meinungen darüber geäußert. Damit, dass Stabilität eingetreten sei, sind nach Angaben der jüngsten Umfrage des Fonds „Öffentliche Meinung“ 25 Prozent der Russen einverstanden, 56 Prozent aber nicht, und die Übrigen hatten Schwierigkeiten bei der Beantwortung. Darüber berichtet die Moskauer Zeitung „Wedomosti“.

Die Bürger Russlands finden, dass zum Begriff Stabilität das Folgende gehört: „ein Leben ohne schroffe Veränderungen, Vertrauen ins Morgen, ein hoher Lebensstandard, Fehlen von Arbeitslosigkeit, niedrige Inflation, Rechtsschutz, Fehlen von Korruption, eine krisenfreie Wirtschaft und keine Kriegsführung“.

Jene, die ringsum Stabilität sehen, weisen auf die Erhöhung des Lebensstandards, der Löhne und Renten sowie auf ihre rechtzeitige Auszahlung hin. Wer keine Stabilität sieht, spricht ganz im Gegenteil von einem niedrigen Lebensstandard, niedrigen Löhnen und Renten und ihrer verspäteten Auszahlung. Die Ersten bezeichnen das Vertrauen ins Morgen, die Zweiten das Fehlen dieses Vertrauens als das Charakteristikum der Zeit. Die Ersten betonen das Fehlen von Wirtschaftsproblemen im Lande, die Zweiten sehen eine Vielzahl davon. Das bestätigt ein weiteres Mal die ernsthafte Differenzierung der Gesellschaft je nach der Höhe der Einkommen.

Zur gleichen Zeit hat eine andere Umfrage, die vom Lewada-Zentrum im April geführt wurde, ergeben, dass die meisten Russen überzeugt sind: Im nächsten halben Jahr wird sich weder die Wirtschaftssituation im Lande (69 Prozent der Befragten) noch ihre eigene finanzielle Lage (66 Prozent) und die Lebensqualität (64 Prozent) verändern. Ist das denn keine Stabilität? fragt „Wedomosti“.[ria-novosti]