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07-03-2005 Umfrage & Statistik
Jeder fünfte Russe wünscht sich die Rückkehr zum Sozialismus
20 Prozent der Russen wünschen sich eine Rückkehr zum Sozialismus. Davon zeugen die Ergebnisse einer Meinungsumfrage der Forschungsgruppe ROMIR Monitoring in mehr als 100 Städten und Ortschaften Russlands unter 1.500 Respondenten, berichtet die Zeitung "Russki Kurier".

57 Prozent der Befragten verwiesen auf den antisozialen Charakter der Reformen im Lande, während nur 17 Prozent den evolutionären Kurs der Regierung unterstützen.

Von einer Rückkehr der Sowjetmacht träumen, geordnet nach Föderalen Verwaltungsbezirken: im Wolgagebiet 27 Prozent der Bevölkerung, in Sibirien 26 Prozent, im Zentralgebiet 22 Prozent, im Süden 21 Prozent, im Nordwesten 13 Prozent, im Ural 12 Prozent und im Fernen Osten 8 Prozent. Das sind in der Regel Einwohner ländlicher Ortschaften (23 Prozent) und kleiner Städte mit bis zu 100.000 Einwohnern. In den letzten vier Jahren wurden die Reihen der Anhänger des Gedankens an eine Rückkehr zum Sozialismus nur unwesentlich weniger: die Zahl sank von 25 auf 21 Prozent.

Der gegenwärtige Reformkurs behagt mehr den Einwohnern großer Städte mit einer Bevölkerungszahl von 500 Tausend bis 1 Millionen, stellen die Soziologen fest. Jedoch nimmt ihre Befürwortung der Marktwirtschaft ab. Die Sozialreformen fanden im Dezember 2002 die größte Zustimmung, als 30 Prozent der Respondenten sie befürworteten. Dann nahm die Zahl der Befürworter unaufhaltsam ab und erreichte im Februar 2005 die Marke von 17 Prozent. ROMIR Monitoring kommt zu dem Schluss, dass diese Entwicklung von der Enttäuschung der Bevölkerung zeugt.

Von Dezember 1999 bis Februar 2005 stieg die Zahl der Respondenten, die sich für eine Reform des Sozialnetzes im Interesse der Bürger aussprachen, um 8 Prozent. Dabei war ein besonders bemerkenswerter Anstieg, und zwar von 47 Prozent auf 54 Prozent, in den letzten Monaten zu beobachten. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Befragten meint, die sozialen Reformen orientieren sich nicht an den Bedürfnissen der Menschen, in deren Interessen sie eigentlich durchgeführt werden sollten.

Die Russen kamen ferner zu der Schlussfolgerung, dass die Reform der Kommunalwirtschaft sich negativ auf ihre Lebensbedingungen auswirkt. Nach Angaben des Gesamtrussischen Zentrums zur Erforschung der öffentlichen Meinung sind davon 75 Prozent der Bevölkerung überzeugt. Im Zusammenhang mit dieser Reform erwarten 79 Prozent Massenproteste. (RIA)