russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



06-12-2007 Umfrage & Statistik
Umfrage: Russlands Unternehmer wollen vom Staat Stabilität und
Die russische Geschäftswelt erwartet sich vom russischen Staat die Fortsetzung des auf Stabilität und Ordnung ausgerichteten Kurses. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungszentrums WZIOM hervor, die im Auftrag des Russischen Unternehmer- und Industriellenverbands (RSPP) im September und Oktober dieses Jahres durchgeführt wurde.




Werbung



Interviewt wurden 1200 Menschen in 40 Regionen Russlands, darunter Firmenchefs und Topmanager von Privatunternehmen. 32 Prozent der Unternehmer wünschen sich demnach von den politischen Kräften einen auf Stabilität und Ordnung ausgerichteten Kurs, elf Prozent erwarten für sich die Errichtung eines mächtigen Staates. Mit einer Verbesserung der Bedingungen für die Geschäftsentwicklung rechnen 15 Prozent und eine günstigere Entwicklung von Industrie und Landwirtschaft erwarten nur zehn Prozent.

Der Generaldirektor des Instituts, Valeri Fjodorow, betonte am Mittwoch bei der Präsentation des Berichtes im RSPP, dass rund 58 Prozent der Geschäftsleute meinen, es sei unmöglich, in Russland ehrliche Geschäfte zu machen, „ohne etwas zu verstecken und ohne jemanden zu betrügen“. Er betonte, früher seien fast alle dieser Ansicht gewesen. 38 Prozent seien diesbezüglich jedoch anderer Meinung, fügte er hinzu.

Rund 68 Prozent der Bürger glauben, dass es in Russland eher unmöglich oder unmöglich ist, in der Geschäftswelt ehrlich zu arbeiten. Die meisten Befragten (54 Prozent) sind der Meinung, dass sich ihr Unternehmen erfolgreich entwickelt. Jedoch ist nur jeder Fünfte davon überzeugt, dass es im Land gute Bedingungen für Unternehmenstätigkeit gibt. Ganze 63 Prozent meinen, dass die Geschäftssphäre die Bildung neuer Unternehmen behindert.

Zugleich glaubt die relative Mehrheit (42 Prozent), dass sich die politische Situation in Russland richtig entwickelt. 24 Prozent denken diesbezüglich das Gegenteil. „Die Arbeit der staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen beurteilen sie ziemlich pessimistisch, nur den russischen Präsidenten, die Regierung, die Armee und die Wirtschaft selbst heißen sie gut“, heißt es in einer Zusammenfassung, die im RSPP angefertigt wurde.

Ganz unten im Rating stehen laut der Umfrage politische Parteien, Rechtsschutzorgane und Gewerkschaften. Dem RSPP-Leiter Alexander Schochin zufolge gingen die meisten Fragebögen bis Mitte September ein, weshalb einige politische Aspekte (wie die Bildung der neuen Regierung sowie die Aufstellung Putins als Spitzenkandidat der Partei Geeintes Russland bei der Parlamentswahl vom vergangenen Sonntag) nicht berücksichtigt wurden.

Die beliebteste Partei der Unternehmer ist laut der Umfrage Geeintes Russland mit 39 Prozent (die mit Putin an der Spitze bei der Parlamentswahl vom vergangenen Sonntag 64,1 Prozent der Stimmen erhielt). Die zweitbeliebteste Partei ist Gerechtes Russland mit sieben Prozent, die anderen Parteien kommen auf höchstens vier Prozent.

19 Prozent der Geschäftsleute wollen Vizepremier Sergej Iwanow und 13 Prozent seinen Amtskollegen Dmitri Medwedew als Kandidaten bei der Präsidentenwahl im März 2008.

Fast 40 Prozent wissen jedoch den RSPP-Materialien zufolge keinen Nachfolger für Putin. RIA Novosti