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30-04-2005 Umfrage & Statistik
Russische Bürger: Perestroika war unvermeidlich
1985 befand sich die UdSSR im Zustand einer tiefen Krise, und Wandlungen der wirtschaftlichen und politischen Ordnung waren unvermeidlich, meint fast die Hälfte der Bürger (49 Prozent) Russlands.

Anderer Meinung sind 37 Prozent der Bürger des Landes. Davon zeugen die Angaben einer Befragung durch das Gesamtrussische Zentrum für Meinungsforschung.

Dennoch hat es sich gelohnt, die Perestroika zu beginnen, meinen 45 Prozent der Respondenten. Die Zahl ihrer Opponenten ist etwas geringer - 42 Prozent. Aber in der historischen Perspektive brachte die Perestroika Russland mehr Schlechtes als Gutes. Dieser Meinung sind 54 Prozent der Befragten. 27 Prozent äußerten einen entgegengesetzten Standpunkt. Im Vergleich zur vorangegangenen Befragung durch das Institut im Jahre 2002 gibt es wesentliche Veränderungen: Vor drei Jahren sahen 63 Prozent in der Perestroika mehr Schlechtes als Gutes und nur 20 Prozent mehr Gutes als Schlechtes.

Die Bürger Russlands bewerten solche Prozesse und Erscheinungen der Periode der Perestroika positiv, wie die Entwicklung des Privatunternehmertums, die Möglichkeit, ohne Beschränkungen zu verdienen (53 Prozent bewerten das positiv und 15 Prozent negativ), die Beendigung des Kalten Krieges (50 Prozent positiv, 13 Prozent negativ), die Entwicklung der politischen Freiheiten und des Mehrparteiensystems (45 Prozent positiv, 19 Prozent negativ), die Steigerung der staatsbürgerlichen Aktivität der Bevölkerung (40 Prozent positiv und 17 Prozent negativ).

Eine Reihe von Erscheinungen wird eher positiv aufgefasst, aber es gibt auch nicht wenig negative Äußerungen. Das sind die Minderung der staatlichen Kontrolle über das Privatleben der Bürger (36 Prozent positiv und 29 Prozent negativ), die Aufhebung der Verbote und der Zensur in der Literatur, der Filmkunst und so weiter (34 Prozent positiv und 30 Prozent negativ), die Umorientierung der Wirtschaft von der Rüstungsproduktion auf die Produktion von Konsumgütern (33 Prozent positiv und 27 Prozent negativ), die Gewährung der Möglichkeit an die Länder Osteuropas, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden (33 Prozent positiv und 24 Prozent negativ).

Eher negativ aufgefasst wird nur eine Erscheinung, die das Antlitz der Perestroika bestimmt hat: die Erhöhung der Selbständigkeit der Republiken und Regionen (28 Prozent positiv und 32 Prozent negativ).

Diese gesamtrussische Befragung wurde am 26. und 27. März 2005 durchgeführt. Befragt wurden 1600 Personen in 100 Ortschaften aus 40 Gebieten, Regionen und Republiken Russlands. Der statistische Fehler beträgt höchstens 3,4 Prozent. (RIA)