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23-05-2005 Umfrage & Statistik
Mehrheit der Russen hat negative Einstellung gegenüber Immigranten
63 Prozent der russischen Bürger vertreten die Ansicht, dass „Immigranten einen Anstieg von Kriminalität und Korruption verursachen". Das geht aus den Ergebnissen einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM hervor, die am Montag in der Wirtschaftszeitung „Wedomosti" veröffentlicht wurden.

Nur jeder fünfte Befragte sieht einen positiven Beitrag der Immigration in die Wirtschaftsentwicklung. Doppelt soviel Befragte - 38 Prozent - sind damit nicht einverstanden.

60 Prozent sind der Auffassung, dass die Einwanderer der örtlichen Bevölkerung die Arbeit wegnehmen. 40 Prozent möchten, dass die Behörden das Migrationsrecht verhärten.

Indessen räumt die Hälfte der Russen ein, dass die Gäste aus anderen Ländern den Mangel an unqualifizierten Arbeitskräften mit geringen Löhnen wettmachen, weitere 19 Prozent sind der Ansicht, dass sich die demographischen Probleme mit Hilfe der Immigration lösen lassen.

„Wenn die Befragten bereit wären, ihre Karriere aufzugeben und zwei bzw. drei Kinder zur Welt zu bringen, ließe sich die Situation auch ohne Immigranten stabilisieren", so Said Batkibekow, Direktor des Amts für Strategie der sozialökonomischen Reformen des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung und Handel.

Die Einwohnerzahl Russlands ist 2003 bis 2004 um 1,8 Millionen gesunken, während der Netto-Zustrom der Immigranten (jene, die wieder heimgekehrt sind, nicht mitberechnet) im vergangenen Jahr lediglich 40 000 Personen ausmachte - um 95 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor.

Damit die jetzige Einwohnerzahl nicht weiter sinkt, müssten sieben russische Bürger 15 Kinder haben, heute sind es aber nur neun, stellte Batkibekow fest.

„Russlands Bürger sind nicht bereit, in den Sphären zu arbeiten, in denen die Migranten tätig sind", sagt Wladimir Pligin, Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für Verfassungsrecht und Staatsaufbau. Nach seinen Worten braucht das Land bis zu einer Million zusätzliche Arbeitskräfte im Jahr.

Eine absolute Mehrheit der Gastarbeiter ist in Moskau in der Kommunalwirtschaft, im Stadtverkehr und im Bauwesen tätig. „Der Moskauer, der gegenüber den Einwanderern negativ eingestellt ist, muss berücksichtigen, dass eine Verschärfung des Einreiserechts dazu führen würde, dass er kein Dach über dem Kopf haben wird", betonte Alexej Schepel, Vorstandsvorsitzender der Baugesellschaft S-Holding. „Denn er kauft Wohnungen, die Immigranten gebaut haben."

Die WZIOM-Umfrage hatte am 23. und 24. April stattgefunden. Befragt wurden 1600 Personen. (RIA)