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11-02-2008 Usbekistan
Russland: Lukoil greift nach Gasvorkommen in Usbekistan
Lukoil Overseas, eine Tochter des russischen Energieriesen Lukoil, hat der russischen Gesellschaft „Sojusneftegas“ das Kontrollpaket von deren Tochter „Sojusneftegas Wostok“ abgekauft. Das schreibt das russische Wirtschaftsblatt „Business & Financial Markets” am Montag.



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Sojusneftegas Wostok ist Teilnehmer am Product-Sharing-Abkommen über die Erdöl- und Gasvorkommen von Südwest-Gissar und der Region Ustjurt in Usbekistan (unterzeichnet am 23. Januar 2007 für die Dauer von 36 Jahren). Nach Ansicht von Experten hängt das Interesse von Lukoil an Projekte im Ausland mit der Verlangsamung des Fördertempos in Russland zusammen. Das Abkommen sei, meinen sie, mit Gasprom vereinbart worden.

Sojusneftegas Wostok besitzt Lizenzen für acht Vorkommen mit geologischen Vorräten von etwa 100 Milliarden Kubikmeter Naturgas (laut russischer Klassifizierung). Geplant ist, in vier Jahren die Förderung auf diesen Vorkommen auf rund drei Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr zu bringen. Das ganze Gas soll über Gasprom-Pipelines exportiert werden.

Investitionen, die für die Realisierung des Projektes nötig sind, werden auf rund 700 Millionen Dollar geschätzt. Im Sommer 2007 begannen die Ölförderprojekte auf zwei Vorkommen in Südwest-Gissar. Sobald die projektierte Leistung erreicht wird, rechnet man mit 700 000 Tonnen ausgebeuteten Erdöls im Jahr. Experten sind der Ansicht, dass das Interesse von Lukoil an ausländische Aktiva (die Gesellschaft beteiligt sich in Usbekistan bereits an den Projekten „Aral“ und „Kandym-Chausak-Schady-Kungrad“) außerdem damit verbunden sei, dass die Inbetriebsetzung der Vorkommen in der Republik Komi verzögert wird. Gemäß den Ergebnissen von 2007 hat Lukoil die Gasgewinnung lediglich um 2,5 Prozent auf ungefähr 14 Milliarden Kubikmeter erhöht, während 2006 die Zunahme das 2,4-fache betragen hatte.

„Die Abnahme der Gasförderung ist ein gesamtrussischer Trend“, erklärt Natalja Miltschakowa, Leiterin der Abteilung Grundlagenanalyse bei der Finanzgesellschaft „Otkrytije“. Gemäß ihren Prognosen wird die Gasgewinnung von Lukoil bis 2011, einschließlich ihrer ausländischen Projekte, über 23 Milliarden Kubikmeter betragen.

„Gasprom, der Hautlieferant von Gas auf den Inlandsmarkt, plant, in Zukunft einen Großteil der Lieferungen auf den Export umzustellen“, betont Konstantin Tscherepanow, Analyst bei der Investitionsbank „KIT Finance“. „Folglich werden Lukoil und Novatek die Lieferungen auf den Inlandsmarkt vergrößern. Angesichts des vorprogrammierten Wachstums der Gaskosten und der minimalen Transportkosten ist das für sie höchst profitabel.“  RIA Novosti