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14-05-2005 Usbekistan
Außenministerium Russlands: Unruhen in Usbekistan sind Zeichen der Schwäche der Macht
Die Unruhen in Usbekistan wurden durch die Schwäche der Staatsmacht, durch soziale Probleme und durch den Einfluss der Extremisten hervorgerufen, erklärt das Außenministerium Russlands.

„Aller Wahrscheinlichkeit nach sind die Ereignisse (in Usbekistan) durch die Schwäche der Staatsmacht, durch die komplizierte sozialökonomische Lage der Bevölkerung und durch die so genannten islamistischen Fundamentalisten hervorgerufen worden", sagte der Erste Stellvertreter des Außenministers, Waleri Loschtschinin, im staatlichen Rundfunksender Majak.

Er führte aus, dass die Aktionen in Andischan „im Voraus geplant wurden und nach einem bestimmten Szenario abgelaufen sind: Eroberung von Waffen, Geiselnahme und danach Ausbruch der Unzufriedenheit unter der Bevölkerung".

Wie schon gemeldet, wurden das Gefängnis und einige Verwaltungsgebäude in Andischan in der Nacht zum Freitag mit Waffengewalt besetzt. Gestern rückten Truppen in die Stadt ein, die dann in der vergangenen Nacht die von den Aufrührern besetzten Gebäude im Sturm nahmen und vollständig befreiten. Die Nationale Nachrichtenagentur Usbekistans meldete, dass 9 Menschen ums Leben kamen und 34 Personen verletzt wurden. Nach Meldungen westlicher Medien sind bei den Ereignissen in Andischan mehr als 50 Personen ums Leben gekommen und 96 wurden verletzt.

„Es gibt Leute, die das als einen natürlichen Prozess im postsowjetischen Raum bezeichnen, doch eher beeinflussten die Schwäche der Macht, die komplizierte sozialökonomische Lage der Bevölkerung und die so genannten islamischen Fundamentalisten die Vorgänge", stellte Waleri Loschtschinin fest, auf die Ursachen des Ausbruchs der Gewalt in Usbekistan eingehend.

Die russischen Diplomaten beobachten die Lage in Andischan unablässig. Es wurde ein Krisenstab eingerichtet und es gibt einen ständigen Kontakt mit der Botschaft in Usbekistan. Doch die eingehenden Informationen sind sehr widersprüchlich, sagte der Diplomat.

Er stellte fest, dass das russische Außenministerium oft derartige Konflikte vorhersieht, doch nicht das Recht hat, sich in die Politik eines anderen Staates einzumischen.

So war Loschtschinin zufolge dem russischen Außenministerium die Lage in Usbekistan im Großen und Ganzen bekannt. Diplomaten dürfen jedoch nur bestimmte Ratschläge erteilen und ihre Meinung äußern, darunter auch gegenüber den höchsten Repräsentanten anderer Länder. Doch direkt darf das Außenministerium nicht in die Ereignisse in einem anderen Staat eingreifen, sagte Waleri Loschtschinin. (RIA)