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20-05-2005 Usbekistan
USA und China beurteilen die Revolte in Usbekistan unterschiedlich
Die offizielle Reaktion aus Washington auf die Geschehnisse in Usbekistan, wo Militärtruppen einen Massenaufruhr gegen die Regierung niedergeschlagen haben, unterscheidet sich wesentlich von der Reaktion aus Peking.

Dass die USA und China die Stabilitätsprobleme in Zentralasien unterschiedlich bewerten, lasse auf eine Rivalität zwischen beiden Mächten schließen, schreibt die Tageszeitung „Nesawissimaja gaseta" mit Hinweis auf Experten.

Während die US-Außenministerin Condoleezza Rice im Zusammenhang mit den Geschehnissen in Usbekistan zu grundlegenden politischen Reformen auffordert, setzt sich Peking für eine Bewahrung der Stabilität ein. Die Chinesen wollen nicht viel Aufhebens um das Problem der zahlreichen zivilen Opfer in Usbekistan machen und beschränken sich auf die Wiedergabe der amtlichen Erläuterungen aus Taschkent, während die USA das Thema hochspielen und eine Verwicklung der Islamisten in die Revolte zurückweisen.

Die jüngsten Äußerungen der amerikanischen Politiker lassen darauf schließen, dass Washington keine Angst vor einer Destabilisierung in der Region hat, denn diese könnte ihm Nutzen bringen. Peking hingegen hebt die Notwendigkeit hervor, vor allem die Ordnung in Mittelasien zu bewahren. Denn es sieht ein, dass alle Unruhen in der Region unvermeidlich die chinesischen Interessen betreffen. Man erinnere sich nur an Kirgisien, wo die aufgebrachte Menschenmenge unter anderem auch chinesische Läden und Märkte zerschlug, schreibt die Zeitung.

Auch vor den Ereignissen in Bischkek fielen chinesische Bürger in den Ländern Mittelasiens den Islamisten zum Opfer. Das führt man darauf zurück, dass in der Region eine antichinesische Untergrundbewegung operiert, die sich auf Auswanderer aus Xinjiang Uygur, einem autonomen Gebiet in China, stützt. Im Grunde handelt es sich um Splittergruppen der in Xinjiang Uygur operierenden Islamischen Bewegung von Ostturkestan (IBO), die auf der UNO-Liste der Terrororganisationen steht. Die IBO soll mit der Islamischen Bewegung Usbekistans eng zusammengearbeitet haben. Beide Organisationen hatten sogar gemeinsame Trainingslager in Afghanistan. Washington stufte zwar die IBO als Terroristenorganisation der ostturkestanischen Islamisten ein, will aber nicht anerkennen, dass hinter den Unruhen in Usbekistan die IBO steckt.

Die Ressourcen Mittelasiens, und vor allen die Energie, erwecken bei Vielen Interesse, stellen Experten fest. Während Peking auf die Zusammenarbeit mit den bestehenden Regimes und dem in der Region traditionell einflussreichen Russland setzt, gelingt es den USA, die Beziehungen mit der traditionellen Elite zu entwickeln und gleichzeitig nach „neuen Kräften" zu suchen. (RIA)