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26-05-2005 Usbekistan
Lawrow: Russland für internationale Untersuchung der tragischen Ereignisse in Usbekistan
Russland hält nach Ansicht von Außenminister Sergej Lawrow eine internationale Untersuchung der Ereignisse in Usbekistan für nötig. „Nach vorliegenden Angaben hat die in Usbekistan eingedrungene Gruppe mit äußeren Kräften zu tun.

Das muss sorgfältig untersucht werden", sagte der russische Außenamtschef am Donnerstag vor der Presse in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Es gehe um die Abwendung der terroristischen Gefahr in dieser strategisch wichtigen Region.

In der Nacht zum 13. Mai war in der ostusbekischen Stadt Andischan (300 000 Einwohner) ein örtliches Gefängnis und das Gebäude der Gebietsverwaltung gestürmt worden. Später marschierten Regierungstruppen in der Stadt ein, erstürmten und räumten die besetzten Gebäude.

Am 14. Mai teilte Usbekistans Präsident, Islam Karimow, Journalisten mit, dass insgesamt zehn Mitarbeiter der Rechtsschutzorgane ums Leben gekommen seien. Die Zahl der Opfer unter den Verbrechern sei selbstverständlich höher gewesen.

Indes meldeten ausländische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Ärzte und Menschenrechtler von Hunderten von Toten. Später teilte die Staatsanwaltschaft Usbekistans, die ein Ermittlungsverfahren zu den Massenunruhen mit einer großen Zahl von Opfern unter der Zivilbevölkerung einleitete, mit, dass insgesamt 170 Menschen ums Leben gekommen seien. Die Opposition spricht von 745 Toten.

Laut Karimow, der Vorschläge der UNO und der OSZE nach einer unabhängigen Untersuchung abgelehnt hat, stünden hinter den Ereignissen in Andischan Extremisten der örtlichen Abteilung des internationalen Terrornetzwerks Hisb ut Tahrir (Partei der islamischen Wiedergeburt). (RIA)