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25-05-2004 Weissrussland
Russische Bürger möchten in Russland, Ukrainer in einer Union von Slawen und weißrussische Bürger in Europa leben
Eine Konzeption zur Einigung von drei ostslawischen Staaten, die nach dem Zerfall der UdSSR zu unabhängigen Ländern geworden sind, löst in diesen Ländern uneindeutige Expertenschätzungen und mitunter auch heftige politische Debatten aus.
Aber jegliche Integrationsprozesse müssen sich in letzter Konsequenz auf den Willen der Völker und deren Streben nach der Vereinigung stützen.




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Wie Befragungen gezeigt haben, meinen die meisten Respondenten in allen drei Ländern, dass es für die Annäherung der Völker Russlands, der Ukraine und Weißrusslands allen Grund gibt. Nur 6 Prozent der Respondenten in Russland und in der Ukraine und 10 Prozent in Weißrussland haben erklärt, dass es keinen Grund dafür gibt.

Die Hauptberührungspunkte zwischen drei Völkern sind nach Meinung der Befragten die gemeinsame historische Vergangenheit, die verwandschaftlichen Beziehungen zwischen Einwohnern dieser Länder und die Übereinstimmung der Wirtschaftsinteressen. Darauf haben 22 bis 42 Prozent der Respondenten verwiesen. Wenn die gemeinsame historische Vergangenheit für Russland an der ersten Stelle steht, so überwiegt in den Antworten von Einwohnern Weißrusslands und insbesondere der Ukraine die Gemeinsamkeit der Wirtschaftsinteressen.

Dem „zweiten Plan" für die Annäherung von drei slawischen Völkern liegen die Nähe der Kultur und Sprache sowie die politische Komponente der Integration zugrunde: Übereinstimmung politischer Interessen dieser Länder und Wille ihrer Führung. Diese Positionen haben 8 bis 19 Prozent der Respondenten genannt. Dabei war die kulturelle und sprachliche Nähe der Völker für russische Bürger wichtiger als für Weißrussen und Ukrainer, die die Aufmerksamkeit häufiger auf politische Interessen akzentuieren.

Somit zeigen sich in der ganzen Palette von Gründen für die Annäherung der Völker Russlands, der Ukraine und Weißrusslands einige Besonderheiten. Wenn dem „russischen Vektor" der Annäherung die gemeinsame Kultur und Geschichte zugrundeliegen, so stützen sich der „ukrainische und der weißrussische Vektor" in einem größeren Maße auf ökonomische und politische Motive der Integration. Kennzeichnend ist auch, dass eine Gefahr von außen als Motiv der Annäherung der drei slawischen Länder heute nicht aktuell ist. Auf sie verweisen lediglich 4 bis 9 Prozent der Respondenten.

Interessant ist, dass russische Bürger die verwandschaftlichen Beziehungen als Grund für die Annäherung ungefähr in gleichem Maße mit Ukrainern und Weißrussen (28, 30 und 25 Prozent) nennen, obwohl sie selbst in diesen Ländern viel weniger Verwandte oder Freunde haben (34 Prozent im Vergleich zu 57 und 69 Prozent).

Aber ungeachtet der bestehenden Voraussetzungen für die Annäherung der Völker Russlands, Weißrusslands und der Ukraine hat die Einstellung der Bevölkerung dieser Länder zu diesen oder jenen Integrationsformen ihre Unterschiede und Besonderheiten. So möchten 51 Prozent der russischen Bürger in ihrem eigenen Land weiter leben und erstreben keine staatlichen oder überstaatlichen Unionen und Vereinigungen.

Ukrainer und Weißrussen tendieren im Gegenteil in ihrer Mehrheit nach verschiedenen Formen der Vereinigung ihrer Länder (nur 32 und 28 Prozent entsprechend möchten in ihrem eigenen Land leben). Dabei ist das vereinte Europa für Weißrussen (28 Prozent) und eine Union von slawischen Staaten für Ukrainer (23 Prozent) besonders anziehend. Kennzeichnend ist, dass 15 bis 19 Prozent der Respondenten die Wiedergeburt der UdSSR begrüßen würden.

Diese Angaben wurden bei Befragungen durch das Gesamtrussische Zentrum für Meinungsforschung in Zusammenarbeit mit dem soziologischen Zentrum „Nowak" (Weißrussland) und dem ukrainischen informationsanalytischen Zentrum in Donezk gewonnen. In jedem Land wurde die Befragung nach der gesamtnationalen repräsentativen Stichprobe unter Beteiligung von 1200 bis 1800 Respondenten vorgenommen. (RIA-„Nowosti"-Korrespondent Nikolai Scherebzow)