russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



19-10-2004 Weissrussland
Mehr als 2000 Menschen protestieren gegen Weißrussland-Referendum
Mehr als 2000 Menschen haben am Montagabend in der weißrussischen Hauptstadt Minsk gegen das umstrittene Referendum protestiert, das Präsident Alexander Lukaschenko eine dritte Amtszeit nach 2006 ermöglicht. Unter den Demonstranten, die sich rund 150 Meter vom Amtssitz Lukaschenkos entfernt versammelten, waren zahlreiche junge Menschen. Sie kritisierten einen "Diebstahl von Wählerstimmen" und riefen den Präsidenten zum Rücktritt auf.

Einige Demonstranten sagten, sie befürchteten, der von vielen Weißrussen als "Diktator" bezeichnete Lukaschenko könne "Präsident auf Lebenszeit" werden. Rund 20 Demonstranten wurden festgenommen.

Internationale Wahlbeobachter äußerten scharfe Kritik an dem Referendum und nannten es eine "Farce". Auch die weißrussische Opposition sprach von Wahlbetrug. Die Wahlkommission hatte verkündet, 77 Prozent der Wähler hätten am Sonntag für eine Verfassungsänderung zugunsten des bereits seit zehn Jahren regierenden Lukaschenko votiert.

Moskau: Weißrussland-Referendum ist "Entscheidung des Volkes"

Das umstrittene Referendum über eine dritte Amtszeit des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko ist nach Einschätzung Moskaus fair verlaufen. Unter Berufung auf das von der weißrussischen Wahlkommission verkündete Ergebnis von 77 Prozent Ja-Stimmen für die Verfassungsänderung erklärte das russische Innenministerium am Montag, dies sei "die Entscheidung des Volkes von Weißrussland, die respektiert werden muss". Dem Ministerium zufolge hatten 70 russische Wahlbeobachter den Urnengang überwacht und "keine ernsthaften Verstöße" gegen das örtliche Wahlgesetz festgestellt.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa hatte dagegen erklärt, die Wahl sei "von demokratischen Standards weit entfernt" gewesen. Die Behörden hätten keine der "grundlegenden Bedingungen" erfüllt, um dem Willen des Volkes Ausdruck zu verleihen.