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19-04-2006 Weissrussland
Weißrussland begann Feilschen mit Gasprom
Weißrussland hat das Feilschen mit dem Gasmonopolisten aufgenommen, um einen radikalen Preisanstieg für das russische Gas im nächsten Jahr zu verhindern, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch. Experten stellten fest, dass ein Aktienpaket des Unternehmens Beltransgas, das Gasprom in erster Linie interessieren würde, vorerst nicht auf der Liste von Investitionsangeboten der Republik steht.

Wie ein ranghoher Sprecher der weißrussischen Regierung mitteilte, wurde Gasprom eine Beteiligung am Bau der zweiten Leitung der Gaspipeline Jamal-Europa, am Bau eines unterirdischen Gastanks, an der Rekonstruktion des Großkraftwerks Berjosowskaja im Gebiet Brest, an der Errichtung der 2. Baufolge der Mineraldüngerfabrik Grodno und am Bau einer Gaspipeline nach Polen angeboten.

Nach Ansicht von Experten werden die Angebote in der Energiewirtschaft und der Bau des Gastanks für Gasprom besonders interessant sein. Wie Valeri Nesterow, Analytiker der Investmentgesellschaft Troika Dialog, feststellte, mangelt es Gasprom an unterirdischen Gastanks. Überaus interessant ist auch das Angebot zum Kraftwerk Berjosowskaja (das drittgrößte Kraftwerk Weißrusslands mit einer installierten Kapazität von 995 Megawatt), weil das mit Stromexportmöglichkeiten verbunden ist.

Wenig wahrscheinlich sind die Varianten mit dem Bau von Gasfernleitungen und einer Beteiligung des russischen Konzerns am Mineraldüngergeschäft. "Mit dem Bau der Ostseepipeline entfällt die Notwendigkeit für den zweiten Strang der Pipeline Jamal-Europa", stellt Nesterow fest. Angesichts der komplizierten Beziehungen Moskaus zu Polen ist auch eine Pipeline- Abzweigung in dieses Land kaum interessant für den russischen Konzern. Am Bau einer Mineraldüngerfabrik wird sich Gasprom eindeutig nicht beteiligen, weil der Konzern auch in Russland genug Vermögenswerte hat, die nichts mit seinem Profil zu tun haben.

Die Liste der Angebote kann sich noch oft ändern, so Nesterow. Das Wichtigste: In Minsk wurde die Absicht des russischen Monopolisten ernst aufgenommen und beschlossen, eine Einigung noch vor dem Ablauf des Vertrags zu erzielen. [ RIA Novosti ]