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15-05-2006 Weissrussland
Weißrussland feilscht nicht mit Freundschaft um Erdöl- und Erdgaspreise
Bei der Freundschaft mit Russland sucht Weißrussland nicht nach niedrigen Erdöl- und Erdgaspreisen. Das sagte der weißrussische Präsident, Alexander Lukaschenko, am Montag bei einem Treffen mit Ilja Klebanow, Bevollmächtigter des russischen Präsidenten im Nordwestlichen Föderalen Bezirk.

"Uns wirft man vor, dass wir Erdöl und Erdgas für Freundschaft kaufen wollen. Wir wollen das nicht, weil wir in der Lage sind, in jenen Richtungen zusammenzuarbeiten, die wir markiert haben", erklärte Lukaschenko.

"Die Freundschaft mit Russland werden wir mit keinem Erdöl und Erdgas verderben. Die weißrussischen Bürger haben seinerzeit in einem Referendum für die Entwicklung enger Beziehungen mit Russland gestimmt und mir eine Carte Blanche für deren Entwicklung gegeben. Wir werden die bilateralen Beziehungen weiter entwickeln", sagte der weißrussische Präsident.

Unter Hinweis auf Berechnungen weißrussischer Wirtschaftsexperten teilte der Präsident mit, dass die Wirtschaft der Republik über fünf Millionen russische Bürger beschäftige.

Laut Lukaschenko wird heute über das angebliche Hemmen der Verbündetenbeziehungen viel gesprochen. In diesem Zusammenhang hob er hervor, dass der Warenumsatz zwischen Weißrussland und Russland in den letzten zehn Jahren auf das Dreifache zugenommen hat. "In der Welt gibt es kein solches Beispiel. Das Potential der beiden Staaten ist noch größer, und wir werden in dieser Richtung handeln", sagte er.

Der weißrussische Präsident teilte mit, dass der Umfang des Bruttoinlandsprodukts heute im Land anderthalbmal größer ist, als während des Bestehens der UdSSR. Dabei unterstrich er, dass die Weißrussen nicht so reich wie die Russen geworden sind.

"Die Produktionskosten sind enorm, und die Gewinne sind gering. Uns erwürgen schreckliche Preise für Energieträger und Komplettierungsteile. Deshalb haben wir bestimmte Probleme in dieser Hinsicht", erklärte Lukaschenko.

Er betonte, dass Weißrussland die Energieträger, ausgenommen Erdgas, zu Weltmarktpreisen kauft.

Erdgas kaufen wir zu niedrigeren Preisen, als auf dem Weltmarkt, aber zu viel höheren, als auf dem russischen Inlandsmarkt, sagte Lukaschenko.

Er hob hervor, dass die weißrussische Seite bereit sei, mit jeglicher russischen Region zu allen Fragen zusammenzuarbeiten.

In Minsk wurden am Montag die Tage des Nordwestlichen Föderalen Bezirks von Russland eröffnet, an denen eine Delegation dieser Region mit Ilja Klebanow an der Spitze teilnimmt. [ RIA Novosti ]