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20-10-2006 Weissrussland
Ukraine und Weißrussland wollen Energieabhängigkeit überwinden
Vertreter der Führung von Ukrtransgas, Betreiber des ukrainischen Gastransportsystems und Tochterunternehmen der nationalen Aktiengesellschaft Neftegas Ukrainy, und der offenen Aktiengesellschaft Beltransgas haben sich in Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands, für die Abstimmung der Tarifpolitik auf dem Gebiet des russischen Gastransports nach Europa getroffen, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.



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Ukrainischen Experten zufolge wäre eine Anhebung des Transittarifs sowohl in Weißrussland als auch in der Ukraine vor dem Hintergrund des Anstiegs der Preise für die russischen Energieträger für diese Länder durchaus logisch.

Die Vertreter von Ukrtransgas haben diese Information dementiert und erklärt, dass dies ausschließlich ein Arbeitstreffen sei, bei dem ein Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen Beltransgas und Ukrtransgas sowie eine Festlegung über das Zusammenwirken zwischen den Dispatcherdiensten der beiden Unternehmen unterzeichnet werde.

Allerdings sind die Experten dazu geneigt, anzunehmen, dass Weißrussland und die Ukraine Verhandlungen über eine einheitliche Transitpolitik führen. "Eine solche Initiative ist durchaus logisch", sagte Uljana Terentjewa, ukrainische Expertin auf dem Gebiet des Brennstoff- und Energiekomplexes. "Wahrscheinlich wollten sie das ,im Stillen' tun und dann gleiche Vorschläge in den Verhandlungen mit Russland unterbreiten. Im Weiteren werden sich höhere Beamte mit Verhandlungen auf der Ebene der Branchenunternehmen bemänteln, damit man ihnen später keine Abmachung zur Last legt."

Laut dem ukrainischen Politologen Wadim Karassjow ist das im Zusammenhang mit der Änderung des Vektors in der weißrussischen Außenpolitik (häufigere Kontakte mit anderen Energiemächten) und mit der Ernennung Vitali Gaiduks auf den Posten des Sekretärs des Rats für nationale Sicherheit und Verteidigung der Ukraine durchaus möglich, der die Gasverhandlungen mit Russland "deutlicher und offensiver" führen kann. Der Politologe ist der Auffassung, dass die Informationen über die Verhandlungen zielgerichtet sind.

Derselben Meinung sind auch die weißrussischen Analytiker. Tatjana Manenok, Expertin auf dem Gebiet des Brennstoff- und Energiekomplexes, nimmt an, dass die stattgefundenen Verhandlungen ein "konjunkturpolitisches Moment" sind, das die Verhandlungspositionen der Ukraine und Weißrusslands "ein bisschen stärken wird". Zugleich wird es, so die Expertin, nicht zu Konflikten mit Gasprom kommen, weil alle Seiten in gleichem Maße verwundbar sind: Die einen brauchen Gas und die anderen - den Transit. [ RIA Novosti ]