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03-11-2006 Weissrussland
Lukaschenko trifft Putin - Kompromiss in letzter Sekunde?
Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko scheint sehr viel auf das bevorstehende Treffen mit Wladimir Putin zu setzen, das voraussichtlich am 9. oder 10. November stattfinden soll, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.





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Trotz aller Unterschiede in den Positionen beider Länder ist eine Einigung notwendig, betonte er vor kurzem bei einem Treffen mit dem Gouverneur der südrussischen Region Stawropol in Minsk. "Niemand ist in der Lage, die Beziehungen zwischen beiden Ländern stillzulegen. Unsere Völker werden kein Verständnis dafür haben."

Nach Ansicht weißrussischer Experten werden die Seiten im Endeffekt eine Kompromisslösung finden. "Weißrussland ist ein Transitland, auf seinem Territorium befinden sich russische Militärobjekte, Russland braucht es", stellt der Minsker Politologe Valeri Karbalewitsch fest. "Ein hartes Feilschen ist zu erwarten, unter anderem bei dem bevorstehenden Treffen. Die Seiten werden eine Kompromisslösung erst unter dem Druck der Umstände finden können, bestenfalls aber gegen Ende dieses Jahres."

Nach Ansicht des Politologen Sergej Markow, Mitglied der Gesellschaftlichen Kammer Russlands, sind in den Beziehungen zwei gegeneinander gerichtete Tendenzen zu beobachten: Einerseits bemüht sich Moskau, möglichst viel von Minsk zu bekommen, andererseits sind Lukaschenkos Positionen zusehends fester geworden."

"Moskau versucht, seine Beziehungen mit den Ländern im postsowjetischen Raum zu pragmatisieren und mehr Einnahmen zu bekommen", sagt Markow. Dieses rein wirtschaftliche Herangehen führt aber zu großen Fehlern. "Wenn Russland eine Großmacht sein will, muss es kleinen Ländern etwas zahlen, damit diese in seiner Einflusssphäre bleiben."

Die Verstärkung der politischen Positionen des weißrussischen Staatschefs ist mit dessen Beitritt zum "antiamerikanischen Klub" verbunden, zu dem bereits Iran, Venezuela und China gehören. "Angesichts der katastrophalen Fehler Amerikas überwindet jetzt diese Koalition ihre bisherige Isolation, somit verstärkt auch Lukaschenko seine internationalen Positionen", meint der Politologe.

Russland muss nun seine Politik im postsowjetischen Raum revidieren. "Dieser politische Bereich ist in der Zeit Wladimir Putins bisher der schwächste", fügt Markow hinzu. [ RIA Novosti ]