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13-12-2006 Weissrussland
Wirtschaftskrieg zwischen Moskau und Minsk gefährdet Zollunion
Die russisch-weißrussischen Wirtschaftsbeziehungen erinnern in letzter Zeit immer mehr an einen großen Wirtschaftskrieg, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

Dieser Krieg bedroht nun die 1996 von Russland, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan geschlossene Zollunion.





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Am Dienstag gab die russische Regierung ihre Entscheidung bekannt, die Öllieferungen an Weißrussland vom neuen Jahr an zu gleichen Bedingungen zu tätigen; das gleiche gilt auch für den Export in die Länder außerhalb der GUS.

Weißrussland wird damit kein Billigöl mehr aus Russland bekommen - aber offenbar auch kein Billiggas: Die Verhandlungen über die Gründung eines Joint Ventures zwischen Gasprom und Beltransgas sind immer noch nicht abgeschlossen.

Dies wird ein spürbarer Schlag für Weißrusslands Wirtschaft sein. Weißrussland importiert jährlich rund 20 Millionen Tonnen Öl und spart bei den jetzigen Zöllen rund vier Milliarden Dollar im Jahr ein. Auch die Einsparung, die bei der Lieferung von russischem Gas an Minsk zu russischen Inlandspreisen entsteht, ist damit vergleichbar. Sollte der Konzern Gasprom seine Drohung verwirklichen und seine Gaspreise für Weißrussland auf 200 Dollar pro 1 000 Kubikmeter anheben, so werden die Verluste des weißrussischen Staatsetats um weitere drei Milliarden Dollar steigen.

Unter diesen Bedingungen würde es für Weißrussland nur noch einen Grund geben, in der Zollunion zu bleiben - nämlich die Möglichkeit, Erzeugnisse der weißrussischen Betriebe zollfrei nach Russland zu liefern. Unklar bleibt allerdings, ob sie dann mit russischen Produzenten werden konkurrieren können, wenn die russischen Energieressourcen schlagartig viel teurer werden. [ RIA Novosti ]