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15-02-2007 Weissrussland
Erdöl-Pipeline: Weißrussland erhöht Transitgebühr um rund ein Drittel
Am heutigen Donnerstag erhöht Weißrussland die Transitgebühr für nach Europa fließendes russisches Erdöl um mehr als 30 Prozent. Wie RIA Novosti aus dem weißrussischen Wirtschaftsministerium erfuhr, wird die Transitgebühr auf der Route Unetscha-Adamowa Sastawa (Richtung Polen und Deutschland) um 35 Prozent auf 3,5 US-Dollar (zuzüglich MwSt) je eine Tonne erhöht. Auf der Route Unetscha-Brody steigt der Tarif um 31,6 Prozent auf 1,5 Dollar je Tonne.

Nach der Erhöhung soll der durchschnittliche Transittarif 0,6 US-Dollar je Tonne für 100 Kilometer Strecke betragen, was dem Preisstand auf dem russischen Inlandsmarkt entspricht, hieß es.

Für den Öltransit in Richtung Baltikum muss Russland nunmehr knapp drei US-Dollar je eine Tonne zahlen.

Zuletzt wurden die Transitgebühren im Jahre 1995 korrigiert, hieß es aus dem weißrussischen Wirtschaftsministerium. Über Weißrussland werden durchschnittlich 80 Millionen Tonnen russisches Erdöl befördert, zum größten Teil durch die 2 000 Kilometer lange Pipeline Gomeltransneft-Druschba, die nach Polen, Deutschland und in die Ukraine führt.

Durch die Steigerung der Transitgebühren werde Weißrussland zusätzlich rund 50 Millionen Dollar im Jahr kassieren, teilte Alexej Kostjutschenko, Direktor des Pipelinebetreibers Gomeltransneft-Druschba mit. "In den letzten sechs Jahren stieg der Öltransit über Weißrussland um 50 Prozent", sagte er. Jährlich gebe Gomeltransneft-Druschba mehr als 50 Millionen Dollar für die technische Umrüstung des Pipelinenetzes aus.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko will die Verluste in Höhe von fünf Milliarden Dollar wettmachen, die sein Land durch die Erhöhung der russischen Energiepreise hinnehmen musste. Dafür ließ Lukaschenko Transitgebühren einführen. Außerdem soll Moskau für die militärische Zusammenarbeit mit Minsk zahlen.

Russland hatte Anfang des Jahres den Gaspreis für Weißrussland um 53,3 auf 100 US-Dollar je tausend Kubikmeter erhöht. [ RIA Novosti  / russland.RU ]