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18-04-2007 Weissrussland
Lukaschenko auf weltweiter Partnersuche unter den Paktfreien
Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko hat am Dienstag seinen Besuch in Oman und Indien abgeschlossen. Laut Experten suchte Lukaschenko bei seiner Asien-Tour nach neuen Kontakten angesichts der Verschlechterung der Beziehungen mit Moskau im Energiebereich, schreibt die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ am Mittwoch.

Im vergangenen Jahr hatte Lukaschenko bereits Venezuela und Iran und im März dieses Jahres die Vereinigten Arabischen Emirate besucht. Demnächst soll er nach Aserbaidschan reisen, um eine Zusammenarbeit im Ölbereich herzustellen, dann will er erneut Venezuela besuchen.

Während des Energiekonflikts mit Moskau versprach Lukaschenko zwar, engere Beziehungen mit der EU herzustellen, war aber bislang nicht gerade erfolgreich.

„Die europäischen Strukturen haben zu verstehen gegeben, dass eine Verbesserung der Beziehungen mit Minsk ohne Änderung der weißrussischen Innenpolitik nicht möglich ist“, stellte der unabhängige Soziologe Oleg Manajew gegenüber der Zeitung fest. Nach seiner Ansicht könnten die Länder Lateinamerikas und Asiens ausgehend von eigenen politischen Erwägungen Minsk kurzfristig gewisse Unterstützung erweisen. „Dies würde zwar die Möglichkeit bieten, die Löcher in der Wirtschaft zu stopfen, jedoch zu keiner langfristigen strategischen Partnerschaft führen“, fügte der Experte hinzu. „Sobald Minsk kleinere Dividenden bekommt, wird es wieder die Notwendigkeit einsehen müssen, Beziehungen mit den Nachbarn in der EU und Russland ordentlich zu gestalten.“

Mit dem Ausbau seiner außenpolitischen Kontakte will Minsk seine Positionen bei den Verhandlungen mit Moskau festigen, vermutet Leonid Saiko, Chef des weißrussischen Analyse-Zentrums Strategija. „Alexander Lukaschenko will eine Spitzenfigur der Bewegung der Nichtpaktgebundenen werden“, stellt er fest. „Dies würde ihm die Möglichkeit eröffnen, nicht nur den Status Weißrusslands in der internationalen Arena zu steigern, sondern auch die Positionen des weißrussischen Staatschefs im Dialog mit Russland zu verbessern.“

In Weißrussland wird in letzter Zeit immer mehr von der Notwendigkeit gesprochen, die Bewegung der Nichtpaktgebundenen in der Weltpolitik gewichtiger zu machen. Wie Saiko feststellte, war seinerzeit der jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito einer der Initiatoren der Gründung der Paktfreien-Bewegung 1961 gewesen. „Nach der Gründung der Organisation wurde Tito zu einer Spitzenfigur für zwei Drittel der Menschheit“, so der Experte. „Damit sicherte er sich gegen eventuelle Ausfälle Moskaus ab. Die Paktfreien-Bewegung ist eine hervorragende Versicherungspolice, von der Lukaschenko, der über die geringer gewordene Unterstützung durch Russland besorgt ist, Gebrauch machen möchte.“ [ Text -  RIA Novosti ]
[ Bild - russland.RU - die Internet-Zeitung ]