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22-05-2007 Weissrussland
Lukaschenko darf in Iran Öl fördern
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad kam mit einer guten Nachricht nach Minsk: Teheran wird Weißrussland gestatten, sein Ölfeld Jufeyr abzubauen. Damit ist ein Traum von Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko in Erfüllung gegangen, der sein Land seit langem unter den Ölförderern sehen wollte, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Dienstag.

Lukaschenko hatte im vergangenen Herbst Teheran besucht. Zwischen beiden Spitzenpolitikern, die sich in einer Konfrontation mit dem Westen insgesamt und speziell mit den USA befinden, ist ein völliges Einvernehmen entstanden. Lukaschenko spricht von einer „strategischen Partnerschaft“ zwischen beiden Ländern. „Wir sind bereit, in allen Bereichen zusammenzuwirken“, betont er.

Beim Treffen am Montag wurde bekannt, dass Iran einen Masterplan des weißrussischen Unternehmens Belarusneft für den Abbau des iranischen Ölvorkommens Jufeyr gebilligt hat. Das von Minsk bereits Ende vergangenen Jahres verfasste Dokument war in Teheran studiert worden. Nach seiner Ankunft in Weißrussland teilte Ahmadinedschad mit, der Entwurf sei für ihn zufriedenstellend.

Weißrusslands Ölvorräte sind bescheiden: Jährlich werden rund 1,8 Millionen Tonnen gefördert. Lukaschenkos Versuche, eine Beteiligung an der Ölförderung in Russland zu erreichen, waren bisher erfolglos.

Außerdem erörtert Minsk Kooperationsprojekte im Öl-Bereich mit Venezuela.

Jufeyr ist das erste ausländische Projekt, an dem sich weißrussische Ölunternehmen beteiligen werden. Einerseits ist das ein Zeichen für den Wirtschaftserfolg Weißrusslands im Energiebereich, andererseits bekommt Minsk damit die Gelegenheit, Moskau zu zeigen, dass es ohne russische Ressourcen und Infrastruktur in der Ölförderung aktiv sein kann.

Russlands Interessen an diesem Projekt sind dennoch vorhanden. Das russisch-vietnamesische Joint Venture Vietsovpetro finanziert den Abbau des iranischen Vorkommens zu 50 Prozent.

Die neuen Vereinbarungen werden allerdings von hohen politischen Risiken belastet: Die Gefahr von Angriffen auf den Iran ist weiterhin vorhanden. [kommersant /ria-novosti]