russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



14-12-2007 Weissrussland
Putin spricht mit Lukaschenko - Vereinigung beider Länder kein Thema
Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich am Freitag zu Gesprächen mit seinem umstrittenen Kollegen Alexander Lukaschenko aus dem benachbarten Weißrussland getroffen. Lukaschenko, gegen den die Europäische Union Sanktionen verhängt hat, spielte im Vorfeld der Zusammenkunft Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss seines Staates mit Russland herunter.




Werbung



"Ich war überrascht, dass Ihr Besuch im Westen für Aufregung gesorgt hat (...) Es gibt nichts Außergewöhnliches hier", sagte Lukaschenko vor Journalisten in Minsk zu Putin. Es war der erste Staatsbesuch des russischen Präsidenten in Weißrussland seit seinem Amtsantritt 2000.

Im Vorfeld von Putins zweitägiger Reise gab es Mutmaßungen, nach denen er sich als künftiger Präsident einer Russisch-Weißrussischen Union positionieren will. Putins Amtszeit als Präsident Russlands endet im März. Ein Kreml-Vertreter, der nicht genannt werden wollte, bestätigte jedoch, dass die Union nicht auf der Agenda des Treffens stünde.

Vielmehr wollten beide Staatschefs über Kredite aus Moskau sprechen, mit denen Weißrussland seine steigenden Rechnungen für Erdgas aus Russland bezahlen kann, wie die russische Zeitung "Wremja Nowostei" berichtete. Weißrussland ist ein wichtiges Transitland für Gas aus Russland nach Europa. Außerdem ist Minsk für Moskau ein entscheidender Puffer gegen die weitere Ausdehnung der NATO. Darüber hinaus standen Gespräche über die US-Pläne für einen Raketenschild in Osteuropa auf dem Programm, den Moskau vehement ablehnt.

Putin war bereits am Donnerstag in Minsk eingetroffen. Sein Besuch wurde vom gewaltsamen Vorgehen der weißrussischen Polizei gegen oppositionelle Demonstranten am Mittwochabend überschattet. "So eine brutale Zerschlagung einer Demonstration gab es seit langer Zeit nicht", sagte der Oppositionelle Anatoli Lebedko. Der Vorsitzende der Jugendbewegung Junge Front, Smiter Fedaruk, musste nach der Protestveranstaltung mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.