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17-03-2011 Weissrussland
Russland und Weißrussland besiegeln Bau von Atomkraftwerk


Trotz der drohenden Atomkatastrophe in Japan halten Moskau und Minsk am Bau eines Atomkraftwerks in Weißrussland fest. Beide Länder besiegelten am späten Dienstagabend einen Vertrag, wonach das russische Konsortium Atomstrojexport bis zum Jahr 2018 eine Anlage in Weißrussland fertigstellen soll.




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Die Sicherheitsstandards des weißrussischen Kraftwerks würden "viel höher" sein als die der Anlagen in Japan, sagte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin nach einem Treffen mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko.

Russland will einen Kredit in Höhe von zirka sechs Milliarden US-Dollar an Weißrussland vergeben, um den Bau des ersten weißrussischen Kernkraftwerks zu ermöglichen. Das erklärte der russische Premierminister Wladimir Putin am späten Dienstagabend auf einer Pressekonferenz in der weißrussischen Hauptstadt. "Ein diesbezügliches Abkommen kann innerhalb von einem Monat signiert werden", teilte Putin mit.

Es ist geplant, den ersten Energieblock des unter Beteiligung der russischen Gesellschaft "Atomstroiexport" zu bauenden Kernkraftwerks im Jahr 2017 in Betrieb zu nehmen.

Moskau hatte bereits im Juni 2009 zugestimmt, den Kraftwerksbau zu finanzieren, allerdings wurde das Projekt wegen einer extremen Abkühlung der bilateralen Beziehungen dann nicht weiter vorangetrieben. Minsk sieht in dem Kraftwerk eine "Energiebrücke" zwischen beiden Ländern, die sich derzeit wieder annähern. Das Kraftwerk werde die Energiesicherheit seines Landes stärken, sagte der weißrussische Regierungschef Michail Mjasnikowitsch. Sein Land leidet noch heute schwer unter den Folgen der verheerenden Atomkatastrophe von Tschernobyl vor fast 25 Jahren.

Vor dem Hintergrund der drohenden Atomkatastrophe in Japan forderte der Grünen-Europaabgeordnete Werner Schulz beide Länder auf, von dem Bauvorhaben in unmittelbarer Nähe zur polnischen und litauischen Grenze abzurücken. Die Entscheidung zum Bau des ersten weißrussischen Meilers durch Russland sei "zynisch, hochgefährlich und eine respektlose Machtanmaßung gegenüber den eigenen Bürgern und Ländern Europas", erklärte Schulz. In der Vergangenheit seien bereits "katastrophale Mängel" beim Krisenmanagement beider Länder deutlich geworden.
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