WM 2018: DFB-Team hat sein Quartier gebucht

Foto: commons.wikimedia/Govt. of Moscow Press centre, mos.ru CC BY 4.0

Wie der Deutsche Fußball-Bund offiziell bekannt gab, ist man auf der Suche nach der geeigneten Unterkunft während der Fußballweltmeisterschaft 2018 fündig geworden. Das Quartier vor den Toren Moskaus bietet der deutschen Auswahl optimale Voraussetzungen, heißt es aus dem Frankfurter Hauptquartier des DFB.

Watutinki – wenn jemand danach gefragt hätte, der erste Gedanke wäre an irgendeine kleine paradiesische Insel mit Palmen und Sandstrand in der Südsee gewandert. Diese ländliche Ortschaft mit ihren gut zehntausend Einwohnern liegt jedoch rund vierzig Kilometer südwestlich vom Stadtzentrum Moskaus entfernt. Das wissen wir nun, nachdem Watutinki quasi über Nacht zum Nabel der Welt gekrönt wurde. Zumindest aus Sicht des Deutschen Fußball-Bundes. Denn bislang trat die Siedlung lediglich als Standort des russischen Militärnachrichtendienstes, dem „sehenden Auge“ wenn man so will, in Erscheinung.

Ursprünglich dachte man in Frankfurt daran, sein WM-Quartier wieder am Schwarzen Meer in Sotschi zu beziehen, wo man beim Confed-Cup bereits gute Erfahrungen gemacht hatte. Dort haben sich jedoch nun zum einen, wenn auch unglücklich, die Brasilianer eingenistet und zum anderen spricht der Spielplan für einen zentraleren Ort in Russland. Am 12. Juni wird der Tross des Titelverteidigers deshalb seine Zelte im örtlichen Watutinki Hotel Spa Complex aufschlagen. 72 Zimmer stünden für die Truppe bereit, so hieß es. Dazu ein Indoor-Pool mit Spa-, Fitness- und Regenerationsbereich sowie sämtliche benötigten Funktionsräume mit allem Pipapo, selbstredend individuell auf die Bedürfnisse der Mannschaft zugeschnitten und ausgestattet.

„Die Entscheidung ist uns dieses Mal nicht leicht gefallen, da wir eine sehr gute Zeit in Sotschi während des Confed-Cups hatten. Für den Erfolg müssen wir optimale Voraussetzungen schaffen. In Moskau können wir bei besten Trainingsbedingungen konzentriert arbeiten und finden in dem ruhig gelegenen Quartier auch gute Möglichkeiten zu regenerieren“, zeigte sich Bundestrainer Jogi Löw mit der Standortwahl zufrieden. Der Gebäudekomplex ist komplett von Wald umgeben und liegt daher ruhig. Zudem wolle man bis April 2018 einen neuen Trakt für die deutschen Gäste fertigstellen, in dem sie dann ungestört sein werden.

Die Trainingseinheiten wird die Truppe auf dem Gelände des renommierten Moskauer Klubs ZSKA absolvieren. Bis dorthin fährt der Mannschaftsbus des DFB gerade einmal fünf Minuten. Da das neue Stadion nach langer Umbaupause erst im Sommer 2016 wieder einsatzbereit war, dürfte zudem garantiert sein, dass der Fußball-Weltmeister von 2014 hier optimale Bedingungen für die Vorbereitung auf seine Spiele zur Verfügung hat. Zu den Partien selbst geht es vom 25 Kilometer entfernten Moskauer internationalen Flughafen Wnukowo aus, der rund um die Uhr in Betrieb ist. Dadurch reduzieren sich die sowieso schon recht weiten Anreisen zu den Spielorten des Titelverteidigers erheblich.

Das erste Spiel wird die deutsche Mannschaft am 17. Juni ohnehin im gerade einmal 35 Kilometer von der Unterkunft gelegenen Luschniki-Stadion austragen. „Wir denken zwar von Spiel zu Spiel, haben aber auch den gesamten Verlauf des Turnieres bis zum Finale fest im Blick. Denn unser großes Ziel ist es, den Weltmeistertitel erneut zu gewinnen. Das Quartier nahe Moskau garantiert uns kurze Wege bei den täglichen Fahrten zum Training, zum Flughafen und dem Luschniki-Stadion, im dem wir – das wünschen wir uns alle – am liebsten dreimal spielen würden. Die Aussicht darauf, zum Start ins Turnier sowie an den letzten beiden entscheidenden und wichtigsten Spielen nicht umziehen und reisen zu müssen, ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt“, bekräftigte DFB-Teammanager Oliver Bierhof.

[mb/russland.NEWS]